Bewerbung mit KI Frank Wortmann

Jede zweite Bewerbung entsteht mit KI

Anschreiben werden sprachlich glatt, Lebensläufe optimiert, Formulierungen auf Stellenanzeigen zugeschnitten.

Das Ergebnis mögen professionellere Unterlagen sein, aber es ist definitiv auch weniger erkennbare Persönlichkeit und authentische Vergleichbarkeit.

Auf Unternehmensseite lauert die nächste Falle. Ein Test zeigte, dass KI-Systeme dieselbe Person mit identischen Qualifikationen je nach Schreibstil des Lebenslaufs deutlich unterschiedlich bewerteten. Der Unterschied bei der Einstellungsrate betrug bis zu 42 Prozentpunkte.

KI entscheidet also keineswegs automatisch besser oder fairer.

Ihre Stärken liegen an anderer Stelle: Sie kann Unterlagen strukturieren, Informationen schneller erfassen, Routinen übernehmen und auf Unstimmigkeiten hinweisen. Sie kann Fragen vorschlagen und Entscheidungen nachvollziehbarer dokumentieren. Gerade im Recruiting ist das eine enorme Entlastung.

Doch dafür braucht sie klare Kriterien, geprüfte Daten und Menschen, die Ergebnisse kritisch hinterfragen.

Fairness entsteht durch bewusst gestaltete Prozesse, geschulte Recruiter und die Bereitschaft, eigene Vorurteile ebenso ernst zu nehmen wie algorithmische Verzerrungen.

KI kann unsere Entscheidungen besser und fairer machen.

Die Grundlage dafür müssen wir ganz analog schaffen. Leider oder glücklicherweise – das mag jede:r selbst beurteilen.

Meine Meinung dazu ist ziemlich klar 😉.

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