Was ist der Mensch im Unternehmen eigentlich noch wert? Das frage ich mich angesichts der Aussage von Facebook Chef Zuckerberg: „Meta begreift Personal nicht mehr nur als langfristige Investition“.
Wenn Personal nicht mehr als langfristige Investition verstanden wird, sondern als variable Größe, dann sind wir sehr viel näher an kurzfristiger Kostenlogik als an nachhaltiger Unternehmensführung.
Da klingelt etwas bei mir…
In den 90er-Jahren verabschiedete sich die Deutsche Bank strategisch vom Privatkundengeschäft. Zu aufwendig, zu wenig Marge. Jahre später – nach der Finanzkrise – begann ein kostspieliger Rückbau dieser Entscheidung. Kunden, die man nicht mehr wollte, wurden plötzlich wieder gebraucht.
Bei der Telekom wurden in den 2000er-Jahren große Teile des Kundenservices ausgelagert und verschlankt. Die Folge: massive Qualitätsprobleme, unzufriedene Kunden, Imageschäden. In den Jahren danach begann die Telekom, Servicequalität wieder gezielt aufzubauen, teilweise durch Rückverlagerung, bessere Schulung und stärkere Kundenorientierung.
Die Parallelen sind offensichtlich.
Schon klar: Wer technologische Entwicklungen – insbesondere KI – ignoriert, wird mittelfristig keine Rolle mehr spielen.
Aber die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wie.
„Entweder-oder“-Entscheidungen wie Mensch oder Maschine, Effizienz oder Bindung, Affekt oder Strategie greifen zu kurz. Sie verkennt eine zentrale Stärke, die Organisationen zukunftsfähig macht: Diversifikation.
Und genau hier liegt die wertvollste Kompetenz von uns Menschen. Den „Human Resources“.
Wir sind anpassungsfähig, kontextsensibel und in der Lage, widersprüchliche Anforderungen gleichzeitig zu verarbeiten.
Genau diese Fähigkeit – Flexibilität im Denken und Handeln – ist es, die in komplexen Systemen den Unterschied macht.
Noch ist sie der KI überlegen. Das sollten wir nutzen und trainieren!

