Recruiting Tipp: Transparenz & Ehrlichkeit

Der Arbeitsmarkt wandelt sich vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt. Das sind jetzt keine „big news“. Aber es nützt rein gar nichts, wenn das im Schlaraffenland der Mitarbeiter-Goodies gipfelt.

 

Ich habe mal eine Reise durch die Offerten gemacht, die Unternehmen in ihren Bewerbungen bei Mitarbeitenden (früher auch bekannt als Stellenanzeigen) machen.

 

Es bene-fittet im Arbeitgeberland

Da gibt es tatsächlich Unternehmen, die „feinste Kaffeespezialitäten“, „knackiges Gemüse“ und „professionelle Massageeinheiten“ als Benefits anbieten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das „meine“ Kandidaten aus der Komfortzone lockt.

 

Mitarbeiterrabatte sind auch so ein vermeintlicher Benefit – also das muss dann aber auch schon mehr sein als die üblichen Prozente, die man sich über ein Newsletter-Anmeldung sichern kann oder einfach durch bewussten und nachhaltigen Konsum.

 

Vom Goodie zur Absprache

Aber lassen wir die „skurrilen“ Lockangebote mal außer Betracht. Was viel gefährlicher (und teurer) ist:Vereinbarungen, die nach Vertragsunterzeichnung nicht eingehalten werden. Wer Homeoffice anbietet, muss Homeoffice umsetzen. Und wer dazu auch noch Zahlen angibt, muss sich an denen messen lassen. Wenn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf explizit erwähnt wird, dann muss man eine Meeting-Absage zur „Zu-Bett-Bring-Zeit“ des Kindes auch akzeptieren können. Sicher nicht in jedem Fall, aber eben auch nicht in keinem Fall.

Auch die „gelegentliche Reisetätigkeit“ ist keine, bei der man wöchentlich unterwegs ist.

 

„Innerhalb des abgesteckten Rahmens“

Rahmenbedingungen heißen so, weil sie ziemlich unumstößlich sind – es ist eben die Tanzfläche, innerhalb derer sich Bewerber und Arbeitgeber bewegen können. Über den Rand zu tanzen ist gefährlich und setzt die frische Beziehung aufs Spiel. Wer mit falschen Rahmenbedingungen lockt, landet früher oder später auf dem Boden der Realität. Das ist im Recruiting nicht anders als in jeder anderen Beziehung.  

 

Ich sehe meine Rolle daher auch als „Botschafter“: Ich berate Unternehmen in Bezug auf ihre Stellenanzeigen und die Transparenz der Inhalte und ich berate die Bewerberinnen und Bewerbern in Bezug auf ihre Anforderungen und Bedürfnisse. Und je länger ich mit meinen Klienten zusammenarbeite, umso besser kann ich die Botschafterrolle ausfüllen. Nichts macht Recruiting teurer als falsche Versprechen – denn damit hat man den Fisch zwar ziemlich schnell an der Angel. Er springt aber genauso schnell wieder vom Haken. Denn kommen Arbeitgeber und Bewerber nicht auf einen Nenner, ist ein Match unwahrscheinlich. Es ist mehr als sinnvoll und gleichermaßen wirtschaftlich effizient wie menschlich ehrlich die für die Entscheidung essenziell wichtigen Fragen direkt zu Beginn zu thematisieren. Die Vorstellung, dass man sich das gegenseitig schön gucken könnte, ist ein Trugschluss – ein teurer noch dazu!

 

It´s a match!

Mein Anspruch ist Recruiting mit Bleibeeffekt. Freiwillig und aus Überzeugung für alle Beteiligten. Weil die Rahmenbedingungen im Vorfeld klar kommuniziert werden und Vereinbarungen eingehalten werden.

 

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